Holladrio - dieses Holler-Trio schmeichelt unserem Hals und bezirzt das Immunsystem


Copyright GspiaSinn

Auch wenn wir noch gar nicht daran denken wollen, aber bald ist sie wieder da: Die Zeit, in der die Nase rinnt, der Hals kratzt und wir uns einfach müde und schlapp fühlen. Dabei wächst jetzt in vielen Gärten, Wiesen und Wäldern ein echt beerenstarker Strauch, der schon von unseren Urururgroßvätern und - müttern als wahre Apotheke Gottes verehrt wurde. In den Blüten und Beeren des Holunderstrauchs stecken nämlich jede Menge Heilkräfte, die unser Immunsystem ganz schön aufblühen lassen. Antivirale Wirkstoffe in den Beeren sorgen nicht nur dafür, dass Erkältungen schneller abklingen, sondern steigern auch die körpereigene Abwehr. So dass es erst gar nicht zu Schnupfennase und Co. kommt.


Verborgene Talente

Was aber vielen noch nicht bekannt ist: Der Stoff, der die Beeren so schön dunkel färbt, die sogenannten Anthocyane, schützen uns vor freien Radikalen, die unsere Körperzellen schädigen können. Damit sind Holunderbeeren ein wahrer Jungbrunnen.


Nicht roh verzehren!

Aber Vorsicht! Wer jetzt meint, er springt gleich nach draußen und grast den nächsten Strauch ab: Neben dem Anti-Aging-Wirkstoff enthalten die Beeren auch das sogenannte Sambunigrin, einen Giftstoff, der im Körper Blausäure freisetzt. Darum müssen Holunderbeeren immer schonend erhitzt werden. Schonend deshalb, um zwar das Sambunigrin durch die Hitze abzutöten, aber den hohen Vitamin C-Gehalt der Beeren zu erhalten.


Das Holler-Trio

Doch jetzt genug der Theorie. Schreiten wir nun zur Tat und holen uns das Beste aus der Frucht. Ich habe meinen Männern und mir gleich ein dreigängiges Holler-Menü für die Erkältungszeit gezaubert: einen Hollersaft, Holundersirup und Holunderbeerenzuckerl. So ist gleich für jeden Geschmack - ähm Infekt - etwas dabei.


Gefunden habe ich die Rezepte übrigens in der Zeitschrift "Grüne Apotheke" und etwas für uns abgewandelt.


Die Basis: Holundersaft

Auch wenn ihr gerne nur den Sirup oder die Bonbons machen wollt, um dem Saft werdet ihr nicht herumkommen, da er quasi das Fundament der beiden ist.


Achtet bitte beim Pflücken der Beeren darauf, dass ihr nur Dolden mit vollreifen Beeren pflückt. Also schwarze Beeren an rotvioletten Fruchtstielen.


Für den Saft braucht ihr:

  • 2 kg Holunderbeerdolden

  • 100 g Zucker

  • Wasser



Bevor ihr nun mit der weiteren Verarbeitung beginnt, ein kleiner Tipp: Versucht eure Arbeitsfläche in der Küche, eure Kleidung und auch eure Hände (eventuell mit Handschuhen) so gut als möglich zu schützen, denn so schön violett der Saft der Beeren auch ist, so hartnäckig ist er auch wieder beim Putzen. Oder aber ihr hättet auch gerne so einen funky violet Kochlöffel wie ich ihn jetzt habe ;) Dann arbeitet einfach munter darauf los.


Zuerst müssen die Dolden gründlich gewaschen werden. Dann geht es daran, die Beeren vom Stiel zu lösen. Das könnt ihr vorsichtig mit den Fingern oder einer Gabel tun.


Anschließend gebt ihr die Beeren mit etwa einem halben Liter Wasser in einen Topf und lässt sie für rund 20 Minuten leicht köcheln. Sind die Beeren dann schön breiig, passiert ihr die Masse und seiht sie ab. Dafür eignet sich ein sauberes Tuch ganz hervorragend.


Jetzt noch den Zucker dazu und den ganzen Saft noch einmal erhitzen.


Füllt den Saft noch warm in sterile Flaschen ab und verschließt die Flaschen sofort. Kühl und dunkel gelagert, hält der Saft so einige Monate.


Der Immunbooster

Holundersaft ist ein echter Grippe- und Erkältungskiller. Ob als gezielte Waffe gegen die Viren oder präventiv: Ein Gläschen warmer Holundersaft (vielleicht noch versüßt mit ein bisschen Honig) schwemmt die Schadstoffe dank seiner schweißtreibenden Wirkung förmlich aus dem Körper.


Holundersirup: Für Mamas, Hals und Husten


Tja, um ehrlich zu sein: Als zweifache Mutter braucht es bei mir nicht immer Viren, um Halsweh und Heiserkeit auszulösen. Manchmal tun es auch etwas lautere "Bitten" an meine Kids. Aber wie dem auch sei: Dank Holundersirup hab ich jetzt ein erprobtes Mittelchen dagegen. Und wenn meine Jungs meinen Bitten brav folgen, kriegen sie auch was davon ab (und natürlich auch wenn nicht ;) ).


Hat man mal den Holundersaft gemacht, ist der Sirup auch im Nu gezaubert. Alles, was man dafür braucht:

  • 325 ml Hollersaft

  • 10 g Zitronensäure und

  • 500 g Zucker


Alle Zutaten in einem Topf vermischen, aufkochen und rund 10 Minuten köcheln lassen.


Sobald der Sirup eine zähflüssige Konsistenz annimmt (hier hilft die Kochlöffelprobe ähnlich wie beim Marmelade-Machen), vom Herd nehmen und in sterile Flaschen umfüllen.


Im Kühlschrank gelagert, hält sich der Sirup gut ein halbes Jahr.



Zeit für ein Löffelchen Sirup

Wenn es im Hals kratzt oder man keinen Ton mehr herausbekommt, nimmt man alle 2 bis 3 Stunden ein Teelöffelchen voll Sirup. Je länger man den Sirup dabei im Mund lässt, umso besser.


Natürlich kann man den Sirup auch mit Wasser verdünnen oder ihn heiß als Tee genießen. Dazu einfach 30 ml Sirup mit heißen Wasser aufgießen.


Hollerzuckerl gegen Husten

Geschmäcker sind bekanntlich ja verschieden. Aber bei diesen Hollerzuckerl waren wir uns einig: Pur gelutscht schmecken sie uns allen nicht. Als Süße für den Tee nehmen wir das Bonbon aber gerne hin, vor allem wenn uns der Husten plagt. Holunderbeeren besitzen nämlich eine schleimlösende Wirkung und helfen so, dem Husten Adieu zu sagen.


Was ihr für die Zuckerl braucht:

  • 500 g Zucker

  • 50 g Holundersirup

  • Staubzucker



Lasst zuerst den Zucker bei niedriger Temperatur langsam in einem Topf karamellisieren. Das dauert, ist aber nötig, damit der Zucker flüssig wird. Erst dann gebt ihr den Sirup dazu und rührt alles rasch um.

Wenn ihr dabei nicht schnell genug seid (weil ihr beispielsweise noch ein Foto für euren Blog machen wollt ;) ) brennt die Masse ruckzuck an. (Vielleicht schmecken uns die Zuckerl ja auch deshalb nicht sooo ;))


Füllt die noch heiße Masse dann in Silikonförmchen um und lasst sie auskühlen.


Anschließend könnt ihr die Zuckerl noch in Staubzucker wälzen.


Bin gespannt, wie ihr die Zuckerl lieber mögt: Pur oder etwas "versteckt" in einer guten Tasse Tee?












0 Ansichten